Mar Chiquita – Flamingostadt am „Kleinen Meer“

//Mar Chiquita – Flamingostadt am „Kleinen Meer“

Mar Chiquita – Flamingostadt am „Kleinen Meer“

Was unterscheidet See und Meer voneinander? Ist es die Größe? Der Salzgehalt? Flora und Fauna? Noch vor meinem Wochenend-Trip nach Miramar machte ich mir nie wirklich Gedanken darüber. Mit drei Freundinnen brach ich auf in die Stadt der Flamingos, nach Miramar, am Mar Chiquita. Ein Reisebericht von Nicol(etta). Mit freundlicher Unterstützung von Rebecca, Nicole und Jannike.

Samstag. Tag der Abfahrt. Am Busterminal von Córdoba stiegen wir in einen der typisch-argentinischen Reisebusse mit ihrem unverwechselbaren Charme. Im zweistöckigen Gefährt saßen wir oben gleich in der ersten Reihe. Unsere Empfehlung: Sichert euch schon bei der Reservierung die Plätze mit Panoramablick. Es lohnt sich! Auf der vierstündigen Fahrt nach Miramar sind wir an typisch argentinischen Landschaften und kleinere Ortschaften vorbei gekommen. Die Zeit vertrieben wir uns mit essen, lachen, schlafen und … wieder essen! Kollektiv und dauerhaft hatten wir Appetit auf Eis. Mit einer fantastischen Eisdiele im Zentrum von Miramar sollten wir belohnt werden.

Ausflug Córdoba Hund Carlos

Angekommen am Terminal von Miramar holte uns Kuky – eine ältere Dame mit Pudel – ab und brachte uns zu unserem Apartment, das sich 50 Meter vom Terminal befand. Uns erwartete eine schnuckelige Unterkunft im hinteren Teil ihres Hauses. Wir hatten eine eigene Küche, in der wir uns während des Wochenendes zwei warme Mahlzeiten kochten. Nachdem wir unsere Sachen ablegten hatten, machten wir uns auf zum Strand.

Die kleine Stadt mit ihren vielen Grünflächen war wie verlassen. Lediglich Carlos begleitete uns auf Schritt und Tritt. Unser ganz persönlicher Eskort-Hund. Er holte uns quasi mit Kuky vom Teriminal ab und brachte uns auch wieder zurück. Er leistete uns Gesellschaft und tapste hinter uns her … zumindest wenn er gerade niemand anderes mit Essen in Reichweite lokalisierte. Er mochte Essen genauso wie wir, wahrscheinlich fühlten wir uns deswegen mit ihm so verbunden.

Der Blick auf den See verlangte nach mehr. Die gegenüberliegende Seite des Gewässers ist nicht zu erkennen. Mar Chiquita ist nicht umsonst der größte See Argentiniens und der zweitgrößte Südamerikas nach dem Titicacasee. Kurioserweise ist das Wasser salzig. Man vermutet alte Salzwüsten, sogenannte Salinas, im Erdboden. Eine Theorie von vielen… Das macht Mar Chiquita allerdings noch nicht zu einem Meer. Auch wenn es für uns eines war … und weil Nicole darauf bestand.

Ausflug Córdoba Leuchtturm Miramar

Drum genossen wir den Ausblick aufs Meer, aßen Eis, spazierten zum Leuchtturm und beobachteten sogar ein Flamingo-Pärchen beim Fischen. Ein romantischer Ort mit vielen Geheimnissen. Abseits vom Leuchtturm lenken aus dem Wasser herausragende Bäume die Aufmerksamkeit stark auf sich. Es handelt sich um ein Areal, auf dem sich ehemals ein Hotel mit Grünfläche befand. Der See vergrößert sich jedoch stetig und begrub die Fläche unter seinen Wassermassen. Die kargen Baumkronen markieren den Standort der Ruinen.

Als nächstes besuchten wir auf Empfehlung von Kuky das Gran Hotel Viena, in dessen Ruinen sich heute ein Museum befindet. Das Hotel wurde von 1941 bis 1947 von deutschen Einwanderern gebaut. Damals zeichnete es sich durch seine Innovationen aus: Ein komplexes Heizungssystem, hervorragend konstruierte Türrahmen oder die architektonische Aufteilung in unterschiedliche Areale. Gerüchten zufolge flohen Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg dorthin ins Exil, angeblich auch Adolf Hitler. Neben Plünderungen und Überschwemmungen kursieren auch allerlei Legenden und Geschichten um das Hotel. Selbst die bekannten Geisterjäger „Ghost Hunters“ verschlug es mit ihrer Geisterforschung bereits in diese Ruinen.

Ausflug Córdoba Gran Hotel Viena

Ein wunderschöner Sonnenuntergang und ein leckeres Abendessen rundeten den ersten Tag in Miramar ab. Carlos und seine Freunde brachten uns Heim.

Sonntag.
Die Erkenntnis des Tages erfolgte direkt nach dem Aufstehen: Für unseren nächsten Trip sollten wir besser gegen Mückenstiche vorsorgen! Genauso gegen Sonnenbrand …
Im Gegensatz zum vorherigen Tag war die Stadt nun voller Menschen, die ebenfalls ihr verlängertes Wochenende genießen wollten. Vormittags freuten wir uns besonders auf die Bootstour zur Flamingo-Lagune, hatten jedoch nicht viel Glück. Die schnellen Manöver machten großen Spaß, jedoch ließen sich die Flamingos trotz eines Fernglases nur schemenhaft erkennen. Verständlich, dass man die Vögel in ihrem Habitat nicht stören wollte. Eine Erkundung der Lagune zu Fuß ist daher sinnvoller und eine Tagesexkursion wert. Denn die Lagune selbst befindet sich nicht in unmittelbarer Nähe zum Zentrum von Miramar. Ein Glück also, dass wir ein fischendes Flamingo-Pärchen am Vortag bereits aus nächster Nähe beobachteten. Mit Eis versüßten wir uns den Nachmittag. Die Sonne schien, wir entspannten weiterhin am Strand, spielten Karten … und aßen. Dabei warteten wir erneut auf den Sonnenuntergang.

Ausflug Córdoba Sonnenuntergang

Wenige Stunden später hieß es schon wieder zurück nach Córdoba mit einem Cousin des charmanten Busses vom Vortag. Carlos verabschiedete uns am Terminal und ich schenkte ihm zum Dank für seine Eskorte einen Teil meines Sandwichs. Wir haben einander ins Herz geschlossen.

Unser Fazit: Mar Chiquita lohnt sich für einen entspannten Wochenend-Trip. Insbesondere, wenn das Wetter stimmt! Ein Ort zum genießen und entdecken.

PS. Habt ihr gewusst? – Ein Meer ist übrigens nur dann ein Meer, wenn es Zugang zu allen weiteren Weltmeeren bietet!

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2017-09-07T16:04:56+00:00